Anhydritestrich (AE) ist ein auf Calciumsulfat basierender Estrich. Im Vergleich zu Zementestrich erreicht er sehr hohe Ebenheit, lässt sich hervorragend glätten und ist häufig schnell belegreif. Eingebracht wird er als Fließestrich oder konventionell, meist auf Trenn- oder Dämmschicht („schwimmender Estrich“). Wichtig: AE ist nicht dauerhaft feuchtebeständig – in Nassräumen sollte er nicht verwendet werden (Alternativen siehe Estrich – Arten & Aufbau sowie Badsanierung Berlin).

Typische Einsatzfelder sind Wohnräume, Büros und Trockenbereiche im Innenausbau. Durch seine sehr gute Fließfähigkeit ummantelt AE Leitungen zuverlässig – das macht ihn zum bevorzugten Partner für Fußbodenheizungen. Der dünnflüssige Mörtel füllt Hohlräume, reduziert Lufteinschlüsse und sorgt so für gleichmäßige Wärmeverteilung.
Im Neubau nach abgeschlossenem Rohbau unterstützt der zügige Einbau einen straffen Bauablauf; in der Wohnungssanierung überzeugt er durch schnelle Fertigstellung und ebene Flächen.
Vor dem Einbau werden Randdämmstreifen umlaufend angesetzt, um Schallbrücken und Zwangsspannungen zu vermeiden (→ Estrichrandstreifen). Anschließend erfolgt die Untergrundvorbereitung: Reinigung, ggf. Trennlage oder Dämmung, Markieren der Höhen. Der Estrich wird gepumpt, verteilt und mit Schwabbelscheibe/Rakel nivelliert. In größeren Flächen sind Feldbegrenzungen/Dehnfugen zu planen (→ Bewegungsfuge), damit temperaturbedingte Längenänderungen schadlos aufgenommen werden.
Nach dem Abbinden beginnt die Bautrocknung. Bei beheizten Konstruktionen wird ein Aufheizprotokoll gefahren, um Restfeuchte kontrolliert auszutreiben. Erst wenn die geforderte Restfeuchte (CM-Messung) erreicht ist, dürfen Oberbeläge wie Parkett, Vinyl oder Fliesen verlegt werden. Für den Oberbelag ist eine fachgerechte Spachtelung/Grundierung entscheidend (→ Spachtelmasse).
Ein Estrich funktioniert nur im System. Dazu zählen:
Für viele Projekte im Innenbereich ist AE die wirtschaftliche Lösung: schnelle Fertigstellung, geringe Ausgleichsarbeiten, hervorragende Ebenheit – und damit ein reibungsloser Übergang zu Maler-, Bodenleger- und Trockenbauarbeiten. In Komplettsanierungen oder Wohnungssanierungen spart das sichtbar Zeit und Kosten. Entscheidend bleibt jedoch die richtige Auswahl je nach Raum: In Feuchträumen punktet Zementestrich – im trockenen Wohnbereich überzeugt Anhydritestrich.
Das hängt von Schichtdicke, Klima und Heizung ab. Fließ-AE ist oft früh belegreif, dennoch ist die CM-Messung verbindlich. Mit Aufheizprotokoll lässt sich die Trocknung beschleunigen (Planung über Estrich).
Nein, für dauerfeuchte Zonen nicht. In Bädern, Duschen und Küchen mit Nassbereichen empfehlen wir Zementestrich und entsprechende Abdichtungen (siehe Badsanierung Berlin).
Ja. Estrichrandstreifen sind Pflicht, ebenso eine Fugenplanung gemäß Flächengröße und Geometrie (→ Bewegungsfuge). Das verhindert Schallbrücken, Zwängungen und Risse.