Wer eine Berliner Altbauwohnung saniert, steht früher oder später vor der Frage, was mit dem Stuck passiert. Wir arbeiten ihn auf, statt ihn abzunehmen – als Teil der Altbausanierung, mit einem Bauleiter für alle Gewerke und einem Festpreis nach Besichtigung.
In den meisten Gründerzeitwohnungen ist der Stuck noch da – nur sieht man ihn kaum noch. Über hundert Jahre haben sich Anstrich für Anstrich Schichten aufgebaut, bis die Kanten rund und die Ornamente flach wurden. Ein Akanthusblatt, das ursprünglich scharf gezeichnet war, wirkt dann wie mit Wachs überzogen.
Dazu kommen Schäden aus der Bausubstanz: Die Holzbalkendecke arbeitet, und über die Jahrzehnte reißt die Deckenfläche entlang der Balken. An Stellen, an denen später Leitungen oder Lampen gesetzt wurden, fehlen ganze Profilabschnitte. Und in vielen Wohnungen wurde der Stuck in den sechziger und siebziger Jahren schlicht abgeschlagen, weil glatte Decken als modern galten.
Der Zustand entscheidet über den Weg. Deshalb sehen wir uns die Decke vor dem Angebot an, statt aus der Ferne zu schätzen.
Entschichten und neu fassen. Ist das Profil vollständig, aber unter Farbe verschwunden, wird es Schicht für Schicht freigelegt und danach neu gestrichen. Das ist der häufigste Fall in Berlin und der, bei dem der Unterschied am größten ausfällt: Die Zeichnung kommt zurück, ohne dass ein einziges Teil ersetzt wird.
Fehlstellen ergänzen. Wo Abschnitte fehlen, nehmen wir das Profil vom Bestand ab und ziehen den Ersatz danach an. So passt die Ergänzung zum vorhandenen Zierprofil, statt ein Katalogteil daneben zu setzen. Rosetten und Eckstücke werden nach dem Original abgeformt.
Neuaufbau. Ist der Stuck ganz verschwunden, bauen wir historische Stuckdecken neu auf – Hohlkehle, Zierprofil, Deckenspiegel und Rosette. Was dort hingehört, richtet sich nach dem Baujahr des Hauses und nach dem, was in den Nachbarwohnungen erhalten geblieben ist.
Beispielmotiv: Nachmodellieren einer Ornamentik von Hand.
Steht das Haus unter Denkmalschutz, ist die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks zuständig. Genehmigungspflichtig sind dann vor allem Fassade, Fenster und Treppenhaus – häufig aber auch Stuck und Türen in den Wohnungen. Im Inneren ist dabei mehr möglich, als die meisten Eigentümer erwarten, solange die prägenden Teile erhalten bleiben.
Wichtig ist die Reihenfolge: Den Antrag stellen wir vor Beginn der Arbeiten, nicht nachträglich. Eine Rückbauforderung ist der teuerste Weg, den eine Sanierung nehmen kann.
Liegt die Wohnung in einem Milieuschutzgebiet, betrifft das in der Regel nicht den Stuck, sondern den Ausstattungsstandard und Grundrissänderungen. Beides klären wir vor dem Angebot. Mehr dazu auf der Seite Altbausanierung Berlin.
Einen Quadratmeterpreis für Stuck gibt es nicht, weil der Aufwand fast vollständig vom Zustand abhängt. Diese fünf Punkte bestimmen den Preis:
Nach der Besichtigung nennen wir einen Festpreis, in dem die Gewerke einzeln ausgewiesen sind. Zur Einordnung des Gesamtrahmens: Eine Altbauwohnung in Berlin liegt je nach Zustand und Umfang meist zwischen 800 und 1.500 Euro pro Quadratmeter – die Kennzahlen dazu stehen unter Altbausanierung Kosten.
Stuckarbeiten stehen selten für sich. In einer Sanierung hängen sie an der Reihenfolge der anderen Gewerke: Erst wird die Elektrik neu gezogen, dann werden Wand- und Deckenflächen verputzt und verspachtelt, dann kommt der Stuck an die Reihe, und erst danach wird gestrichen. Wer diese Folge umstellt, arbeitet zweimal.
Genau hier liegt der Unterschied zu einem einzeln beauftragten Betrieb: Bei uns kommen Malerarbeiten, Trockenbau im Altbau, Elektro, Böden und Stuck aus einer Hand. Ein Generalunternehmer, ein Vertrag, ein Termin – und niemand, der auf den anderen zeigt, wenn etwas nicht passt.
Zu den Stuckarbeiten gehören bei uns auch die Details, die den Raum erst zusammenhalten: profilierte Sockelleisten im Berliner Format, Deckenrosetten über der Leuchte und die Anschlüsse an aufgearbeitete Türen und Fenster.
In Schöneberg stand der Erhalt im Vordergrund: Hohe Decken, originale Doppelkastenfenster und die Stuckarbeiten blieben, während marode Wandflächen neu verputzt und das Fischgrätparkett in der ganzen Wohnung abgeschliffen und neu versiegelt wurde. Der Deckenstuck wurde neu gefasst.
In Köpenick ging es um über hundert Quadratmeter mit Stuckelementen und klassisch hohen Decken, vorbereitet für die nächste Vermietung: neue Elektroanlage, Stuckarbeiten, neuer Boden und profilierte Sockelleisten.
Weitere abgeschlossene Wohnungen finden Sie in der Übersicht der sanierten Berliner Altbauten.
In den allermeisten Fällen ja. Wir tragen die Farbschichten ab, bis die ursprüngliche Zeichnung wieder sichtbar ist, und fassen das Profil danach neu. Wie aufwendig das wird, hängt davon ab, wie viele Schichten aufliegen und wie fest sie haften – das sehen wir bei der Besichtigung.
Einen Quadratmeterpreis gibt es dafür nicht, weil der Aufwand fast vollständig vom Zustand abhängt: Zahl der Farbschichten, laufende Meter Profil, Fehlstellen, Raumhöhe und Risse in der Decke. Nach der Besichtigung erhalten Sie einen Festpreis, in dem die Gewerke einzeln ausgewiesen sind.
Ja. Wir nehmen das Profil vom vorhandenen Bestand ab und ziehen den Ersatz danach an, statt ein Katalogteil daneben zu setzen. Rosetten und Eckstücke werden nach dem Original abgeformt. Nach dem Anstrich ist die Ergänzung in der Regel nicht mehr zu erkennen.
Ja. Wenn der Stuck in den sechziger oder siebziger Jahren abgeschlagen wurde, bauen wir Hohlkehle, Zierprofil, Deckenspiegel und Rosette neu auf. Welches Profil dorthin gehört, richtet sich nach dem Baujahr des Hauses und nach dem, was in den Nachbarwohnungen erhalten ist.
Steht das Haus unter Denkmalschutz, sind neben Fassade, Fenstern und Treppenhaus häufig auch Stuck und Türen genehmigungspflichtig. Zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks. Den Antrag stellen wir vor Beginn der Arbeiten, nicht nachträglich.
Beides ist möglich, sinnvoll ist meist das Ganze. Stuckarbeiten hängen an der Reihenfolge der übrigen Gewerke – erst Elektrik, dann Putz, dann Stuck, dann Anstrich. Als Generalunternehmer übernehmen wir alle Gewerke mit einem Bauleiter und einem Vertrag.